16. Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer in Dortmund (v.l.): Dr. Richard Böger, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Caritas eG, Weihbischof Josef Holtkotte, Arndt Günter Kirchhoff und Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
16. Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer in Dortmund (v.l.): Dr. Richard Böger, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Caritas eG, Weihbischof Josef Holtkotte, Arndt Günter Kirchhoff und Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Weihbischof Holtkotte begrüßt in Dortmund Teilnehmende beim 16. Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer: Beim diesjährigen Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer im Erzbistum Paderborn ging es am Donnerstagabend in Dortmund um die Stabilität von Gesellschaften und die wirtschaftlichen Herausforderungen angesichts aktueller Krisen, insbesondere des russischen Angriffskrieges. Dazu begrüßte Weihbischof Josef Holtkotte rund 160 Teilnehmende im Westfälischen Industrieklub.

In einem Vortrag sprach der Unternehmer Arndt Günter Kirchhoff unter anderem über die Notwendigkeit einer beschleunigten Digitalisierung, über Bürokratieabbau, Energiepolitik und die Herausforderungen wirtschaftlicher Transformation. Kirchhoff ist Vorsitzender des Beirates des Fahrzeugkomponenten- und Werkzeugherstellers Kirchhoff Gruppe mit Sitz in Iserlohn und engagiert sich darüber hinaus für verschiedene Interessenverbände.

Brückenbauer gefragt

Ausgehend von der biblischen Schöpfungsgeschichte stellte Weihbischof Josef Holtkotte in seiner Begrüßung drei Punkte vor, die dazu beitragen könnten, die Stabilität von Zivilisationen zu erhalten. Dazu nannte er die „Stärkung von Krisenprävention vor, während und nach Konflikten“, die „Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen“ sowie den „Aufbau von Vertrauen für eine internationale Zusammenarbeit“. Mit Bezug auf den russischen Angriffskrieg sagte er: „Derzeit sind wir gefordert, Widerstand zu leisten und Leben zu schützen, weil absehbar ist, dass ein Zurückweichen diesen Krieg nicht beenden würde. Und dennoch bleibt Krisenprävention eine zu stärkende Option für jetzt schwelende Konflikte, Konfliktherde und fragile Lagen in Ländern weltweit.“ Nach dem Ende des Krieges müsse es um Aussöhnung gehen. „Wenn die Kriegstreiber machtlos sind, werden Brückenbauer gefragt sein“, erklärte Weihbischof Holtkotte. Er rief dazu auf, an einer Ordnung zu arbeiten, die erkennen lasse, dass „nicht der Mensch des Menschen Wolf“ sei, sondern der Mensch in der Verantwortung für die Schöpfung stehe. Bei all dem brauche der Mensch „den heiligen Geist, der Motivation und Kraftquelle ist; der Mut und Hoffnung schenkt“.

Mehr Tempo gewünscht

Arndt Günter Kirchhoff ging im Anschluss in seinem Vortrag auf die konkreten Herausforderungen für die Wirtschaft ein. Von der Politik forderte er vor allem eine beschleunigte Umsetzung der gesteckten Ziele. „Uns läuft die Zeit davon“, erklärte er mit Blick auf die anstehenden Transformationen und den Weg zur Klimaneutralität. Entscheidend für den Industriestandort Deutschland seien wettbewerbsfähige Energiepreise und es brauche deutlich mehr Tempo beim Ausbau der digitalen Infrastruktur und der erneuerbaren Energien. Diese und weitere Themen konnten im Verlauf des Abends noch weiter in Tischgesprächen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutiert werden.

Unternehmertag

Der jährlich stattfindende Unternehmertag ist eine Veranstaltung der Kommende Dortmund (Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn) in Zusammenarbeit mit der Bank für Kirche und Caritas eG, Paderborn, und dem Bund Katholischer Unternehmer (BKU).