Stellungnahme der Katholischen Stadtkirche Dortmund zur angekündigten Schließung der Warenhäuser Karstadt, Karstadt-Sports und Galeria-Kaufhof in Dortmund:

Mit Bestürzung und Unverständnis haben wir die angekündigte Schließung der drei in Dortmund ansässigen Warenhäuser Karstadt, Karstadt-Sports und Galeria-Kaufhof aufgenommen. Wir sprechen den Beschäftigten unsere volle Solidarität aus und hoffen, dass sich die angekündigten Schließungen abwenden und Entlassungen verhindern lassen.

Unsere Sorgen sind auch die Sorgen und Nöte der Dortmunderinnen und Dortmunder, vor allem jener, die nun um ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft bangen müssen. Hinzu kommt die noch nicht abzusehende negative Entwicklung, die eine Schließung von gleich drei großen Warenhäusern für das Leben und die Kultur in der Innenstadt haben werden.

Aus unserer Perspektive ist und bleibt der Mensch „Urheber, Mittelpunkt und Ziel allen Wirtschaftens“ (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et Spes, Nr. 63). Diese menschliche Perspektive können wir in der angekündigten Schließung der drei Häuser nicht erkennen, zumal nachvollziehbare Gründe bislang nicht genannt wurden.

Als Katholische Kirche in Dortmund setzen wir uns für „gutes Wirtschaften“ ein. Gemeint ist damit ein Unternehmertum, dass an mehr Werten orientiert ist als einzig am Profit. Der gute Ruf der Sozialen Marktwirtschaft bleibt auf wertorientierte Unternehmer angewiesen, die bereitwillig und zupackend auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Gerade das erwarten wir auch von einem Warenhauskonzern. Nicht zuletzt sind die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen eine Pflicht des Unternehmens.

Besonders in der aktuellen Krise ist es wichtig, dass sich Unternehmen – und viele tun dies – am Gemeinwohl orientieren. Nur so lassen sich die Probleme dieser Gesellschaft lösen: nämlich wenn alle an ihrem Ort, mit ihren Möglichkeiten, ihre Verantwortung wahrnehmen und ihren Beitrag zur Lösung leisten. Nur dann kann eine Gesellschaft aufblühen – nicht, wenn jeder an seinem Ort nur das meiste für sich herausholt.

Wir appellieren daher an die verantwortlichen Führungskräfte, sich ihrer Verantwortung für Dortmund und die hier lebenden und arbeitenden Menschen bewusst zu sein und danach zu handeln. Gemeinsam mit allen Beteiligen und Betroffenen sollten Lösungen entwickelt werden, die das Gemeinwohl für Dortmund im Blick haben.

Download_PDF