Elisabeth Tillmann (*04.09.1938 / †23.06.2020)

Elisabeth Tillmann (*04.09.1938 / †23.06.2020)

Die katholische Stadtkirche Dortmund trauert um Elisabeth Tillmann (*04.09.1938 / †23.06.2020).

Gemeinsam mit Propst Paul Montag gründete sie 1995 den „Initiativkreis Kultur, Politik und Geschichte e.V.“ und war seine Leiterin bis 2011. Im Rahmen dieser Tätigkeit sorgte sie für die Einrichtung der noch heute bestehenden „Dokumentationsstelle für Dortmunder Kirchengeschichte“ im Katholischen Centrum. Gleichzeitig war sie von Anfang der 1990er Jahre bis 1999 Leiterin des „Katholischen Bildungswerkes der Dortmunder Dekanate e.V.“

Im Rahmen ihrer langjährigen Tätigkeit veröffentlichte sie zahlreiche Publikationen und war Kuratorin von Ausstellungen zur Dortmunder und Paderborner Kirchengeschichte. Unter diesen sind hervorzuheben: „Dortmunder Katholiken unter dem Hakenkreuz“ (1995); „Zum `Reichseinsatz` nach Dortmund. Französische Zwangsarbeiter im Lager Loh 1943 bis 1945“ (1996); „Kanzel, Kelch und Karitas. 1200 Jahre katholisches Leben in Dortmund“ (1997), die in aktualisierter Form noch heute im Obergeschoss des Katholischen Centrums zu sehen ist; „Verfolgt und ermordet“ (2005) über 51 französische Märtyrer.

2006 gab sie gemeinsam mit Propst Paul Montag, Brigitte Spieker und Prof. Dr. Dieter Höltershinken den Band „Die katholische Kirche in Dortmund. Ihre Geschichte und ihre Pfarrgemeinden“ heraus, der einen noch heute lesenswerten Gesamtüberblick über die Geschichte des katholischen Lebens in Dortmund bietet. Die Arbeit von Elisabeth Tillmann zeichnete sich durch sorgfältiges Quellenstudium in einem breit gefächerten Themenfeld aus, das neben der Kirchengeschichte auch Sozial- und Kunstgeschichte umfasste: Studien zum Antwerpener Schnitzaltar in Kirchlinde und zu kostbaren liturgischen Geräten standen neben biographischen Arbeiten über Dortmunder katholische Persönlichkeiten wie Fanny Schiffer, Gründerin des St.-Elisabeth-Waisenhauses oder den ersten katholischen Dortmunder Volksschullehrer Peter Lübke.

Aufgrund ihrer Verdienste überreichte ihr Erzbischof Hans Josef Becker am 25. September 2009 im Bischofshaus Paderborn den „Päpstlichen Orden vom Heiligen Papst Silvester“. Sie wurde von der katholischen Stadtkirche Dortmund am 10. November 2009 durch Propst Andreas Coersmeier angesichts ihrer Verdienste um die Ortskirche geehrt.

Elisabeth Tillmann hat den Blick für die Bedeutung von Kultur, Politik und Geschichte der katholischen Kirche geschärft; sie verstand es, Menschen für diese Themenbereiche zu gewinnen und zu begeistern und hat damit ein leuchtendes Beispiel für die heutige Generation gegeben.

Die katholische Stadtkirche Dortmund, darunter der Initiativkreis und das Katholische Bildungswerk, sind ihr zu tiefem Dank verpflichtet. Sie werden Elisabeth Tillmann ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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