Der St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V., Träger der größten katholischen Jugendeinrichtung in Dortmund, möchte seinen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Heimerziehung in NRW leisten. Dazu werden jetzt Zeitzeugen gesucht, die als ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner, als deren Angehörige, als Mitarbeitende der Einrichtung oder der zuständigen Behörden in einem Interview über ihre Erfahrungen mit St. Vincenz berichten möchten. Mit Dr. Barbara Vosberg und Professor Andreas Henkelmann konnten zwei unabhängige und erfahrene Wissenschaftler für diese Aufgabe gewonnen werden. Die Gespräche werden streng vertraulich geführt, der Schutz der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hat höchste Priorität.

Zeitzeugen gesucht

„Schon lange ist es den Verantwortlichen des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. ein Anliegen, die Geschichte unserer Einrichtung professionell und von unabhängiger Seite aufarbeiten zu lassen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Vereins.

Es gebe den Willen zu einem verantwortlichen Umgang mit Vergangenem und das Bedürfnis Entwicklungsprozesse darzustellen, welche die Praxis der Heimerziehung reformiert hätten. Der Bestand an Unterlagen zum St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum wird dazu nun intensiv ausgewertet. Hierzu gehören das einrichtungseigene Archiv, das Ordensarchiv der Paderborner Vinzentinerinnen und Berichte der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung aus dem Archiv des Landesjugendamtes als zuständige Heimaufsicht. Darüber hinaus werden noch weitere schriftliche Quellen gesucht, die Auskunft über die Strukturen und Verhältnisse des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrums e.V. im Laufe der Zeit geben können. Bereits jetzt ist erkennbar, dass sich die Aufarbeitung durch eine eingeschränkte Quellensituation weitestgehend auf den Zeitraum ab 1945 bis in die 1990er Jahre konzentrieren wird. Neben der Analyse der Quellen gibt es einen weiteren sehr wichtigen Baustein in der historischen Aufarbeitung: Das Gespräch mit Zeitzeugen, also mit ehemaligen Heimbewohnerinnen und Bewohnern, aber auch mit früheren Verantwortlichen.

Ansprechpartnerin

Über die Mail-Anschrift historische.aufarbeitung@svjz.de und die Mobilnummer 0151 18682444 können Betroffene direkt mit Dr. Barbara Vosberg Kontakt aufnehmen. „Mit Blick auf unser Selbstverständnis christlicher Nächstenliebe wollen wir diesen Schritt offen und engagiert gehen und hoffen, viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner mit diesem Aufruf ebenfalls bewegen zu können, sich einzubringen“, erklärt der St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. Das Erzbistum Paderborn unterstützt das Anliegen einer unabhängigen wissenschaftlichen historische Aufarbeitung und Reflexion und beteiligt sich an den Kosten.

Das St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum in Dortmund

Das St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum betreut als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe rund 300 junge Menschen in unterschiedlichen stationären, teilstationären und ambulanten Wohn- und Betreuungsformen. Es handelt sich um Kinder, Jugendliche und junge Volljährige sowie um Familien und Alleinerziehende mit ihren Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter. Weiterhin unterhält die Einrichtung eine Außenstelle, den „Strüverhof“ in Hamm sowie zwei Förderschulen für emotionale und soziale Entwicklung in Dortmund und Hamm.
Weitere Informationen: www.vincenz-jugendhilfe-zentrum.de

Foto: © by Ashkan Forouzani on Unsplash