Neue ehrenamtliche Notfallseelsorger ausgesendet: Sie kommen, wenn sie gerufen werden, wenn Menschen plötzlich versterben, wenn die Polizei Todesnachrichten überbringen muss, Kinder schwer verletzt wurden oder nicht mehr gerettet werden können, nach schweren Unfällen, Suiziden oder Verbrechen – 130 Mal waren 2018 die Ehrenamtlichen sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer der Ökumenischen Notfallseelsorge in Dortmund im Einsatz. Kürzlich wurden fünf neue Ehrenamtliche die Bereitschaften übernehmen aufgenommen.

Andreas Bartel, Elke Bernholz, Nina Brandt, Bernadette Klabes und Andrea Wölk stehen um den Altar der St. Patrokli-Kirche in Dortmund-Kirchhörde, wo sie als neue ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger feierlich ausgesendet werden. In einem umfangreichen Ausbildungskurs wurden sie für diese Aufgabe geschult. Sie haben sich darauf vorbereitet, Menschen in der ersten Zeit des Schreckens und des Schocks nach einem plötzlichen Todesfall nicht allein zu lassen. Bis zu 20 Prozent aller Todesfälle ereignen sich plötzlich und treffen die Angehörigen unvorbereitet.

 

Fünf neue Ehrenamtliche wurden in der St. Patrokli-Kirche in das Team der Ökumenischen Notfallseelsorge aufgenommen, hier mit Pfarrer Meinhard Elmer (hinten, 4.v.l.), Dekanatsbeauftragter für die Notfallseelsorge der katholischen Kirche in Dortmund und Pfarrer Hendrik Münz (hinten, 5.v.l.), Feuerwehrseelsorger und Koordinator der Notfallseelsorge der evangelischen Kirche in Dortmund.

Fünf neue Ehrenamtliche wurden in der St. Patrokli-Kirche in das Team der Ökumenischen Notfallseelsorge aufgenommen, hier mit Pfarrer Meinhard Elmer (hinten, 4.v.l.), Dekanatsbeauftragter für die Notfallseelsorge der katholischen Kirche in Dortmund und Pfarrer Hendrik Münz (hinten, 5.v.l.), Feuerwehrseelsorger und Koordinator der Notfallseelsorge der evangelischen Kirche in Dortmund.

„Der plötzliche Tod durchkreuzt Pläne – auch die der Notfallseelsorger“, sagt Pfarrer Meinhard Elmer, Dekanatsbeauftragter für die Notfallseelsorge der katholischen Kirche in Dortmund. Notfallseelsorger zeigten, dass sie wach und bereit seien, sich Menschen in Not zuzuwenden und ein offenes Ohr zu haben. 28 Prozent der Rufbereitschaften werden in Dortmund von Frauen und Männern aus dem gut 40-köpfigen ehrenamtlichen Team übernommen. Zwölf Stunden dauert eine Dienstschicht. Durchschnittlich kommt es zu zwei bis drei Einsätzen pro Woche. Dann sind die Notfallseelsorger sofort bereit, wenn sie über die Einsatzleitstelle der Feuerwehr benachrichtigt werden. Sie lassen sich herausrufen aus dem, was sie gerade tun, um zu helfen.

Noch während des Aussendungsgottesdienstes in der St. Patrokli-Kirche vibriert das Mobiltelefon von Uta Heitkemper. Die langjährige Notfallseelsorgerin sitzt in der lilafarbenen Einsatzjacke in der Kirchenbank und nimmt ab. Eigentlich beginnt ihr Dienst erst in einigen Stunden, aber da Pfarrer Hendrik Münz, Feuerwehrseelsorger und evangelischer Koordinator der Notfallseelsorge in Dortmund, zusammen mit Pfarrer Meinhard Elmer am Altar steht, ist die Rufbereitschaft schon auf sie umgestellt. Die Leitstelle der Feuerwehr meldet einen Notfall in einer muslimischen Familie. Uta Heitkemper spricht kurz mit ihrer Nachbarin in der Kirchenbank. Diese ist eine von drei muslimischen Notfallbegleiterinnen in Dortmund. Die junge Frau nickt, greift ihre Tasche und übernimmt den Einsatz.

Notfallseelsorge, so ist es im Selbstverständnis formuliert, ist ein Grundbestandteil des Seelsorgeauftrages der Kirchen. Sie richtet sich aber an alle Menschen und achtet das Recht auf Selbstbestimmung und die religiöse und weltanschauliche Orientierung der Betroffenen.
Im Anschluss an den Gottesdienst unterschreiben die neuen Ehrenamtlichen ihre Dienstvereinbarungen. Dazu gibt es ein Päckchen Papiertaschentücher mit dem Logo der Notfallseelsorge – für alle Fälle.

Weitere Information: www.notfallseelsorge-dortmund.de