Religionspädagogische Fortbildung zu Kirche und Fußball in der BVB-Gründerkirche:

Weil ihrem Kaplan das raue Ballspiel missfiel, gründeten am 19. Dezember 1909 die Mitglieder einer Jugendgruppe der katholischen Dreifaltigkeitsgemeinde in Dortmund den „Ballspiel-Verein Borussia 1909“, kurz BVB. Über diese Geschichte und das, was Kirche und Fußball sonst noch verbindet, informierten sich am Mittwoch 40 Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen bei einer von der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn in Dortmund angebotenen Fortbildung.

In der Dreifaltigkeitskirche in Dortmund erläuterte Gemeindereferent Karsten Haug (links) bei einer Lehrerfortbildung der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats wie sich Fußball und Glauben begegnen können.

In der Dreifaltigkeitskirche in Dortmund erläuterte Gemeindereferent Karsten Haug (links) bei einer Lehrerfortbildung der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats wie sich Fußball und Glauben begegnen können.

„Schalke hat eine Kapelle, wir haben eine Kirche“, scherzt Karsten Haug vor den in der Dortmunder Dreifaltigkeitskirche versammelten Pädagoginnen und Pädagogen aus dem Erzbistum Paderborn. Der Gemeindereferent ist selbst begeisterter Fußballfan und zuständig für die Fanpastoral am Standort der Kirche der Gründer des BVB.

Um Fußball und Religion ging es bei der Lehrerfortbildung der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats in der Dreifaltigkeitskirche in Dortmund. Referent war der dortige Gemeindereferent Karsten Haug (links).

Um Fußball und Religion ging es bei der Lehrerfortbildung der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats in der Dreifaltigkeitskirche in Dortmund. Referent war der dortige Gemeindereferent Karsten Haug (links).

„You‘ll never walk alone“ hallt es durch das Kirchenschiff und vorne zeigt ein Video, wie begeisterte Fans die Stadionhymne des BVB singen. „Das Lied hat schon etwas Religiöses“, sagt Gemeindereferent Haug. Der Text könnte auch aus einem Psalm stammen. Dann nennt er noch mehr Parallelen, wie beispielsweise die Emotion und das „Bekenntnis“ zum Verein, die äußeren Symbole der Fans, wie Fahnen, Schals und Kleidung, bis hin zur Gegenüberstellung von Kelch und Meisterschale. Doch Karsten Haug will im Fußball selbst keine Religion sehen, auch wenn mancher Fan das möglicherweise so empfinden würde. „Es geht um die Freude und Trauer von Menschen – Fußball ist ein starkes Stück Leben und das wollen wir in Verbindung mit Gott bringen“, erläutert er. Der Gott Jesu sei kein Fußballgott, der über Sieg oder Niederlage entscheide, sondern er zeige sich als ein Gott, der begleitet, ein Gott, der mitgeht im ganzen Leben. Die Dreifaltigkeitskirche in Dortmund sei ein Ort, an dem das Phänomen Fußball dem Glauben begegnen könne. Die Menschen würden wahrnehmen, dass hier die Vereinsgründer gebetet hätten.

Zu den ökumenischen Gottesdiensten am Gründungstag und zur Saisoneröffnung kommen jeweils zwischen 350 und 400 Fans. Die kleine Dauerausstellung „Kirche – Fußball – Gottvertrauen“ im hinteren Teil der Kirche hat jährlich mehr als 4.000 Besucherinnen und Besucher.

Noch tiefer der BVB-Tradition nachspüren konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrerfortbildung beim Mittagessen in der nahen Traditionsgaststätte „Pommes-Rot-Weiß“, welche sich heute an der Stelle befindet, wo sich einst das Restaurant „Zum Wildschütz“ befand, in dem sich die Vereinsgründer trafen. Nach dem Besuch des Gotteshauses und der Gaststätte ging es für die Teilnehmer der Fortbildung zum Besuch des Deutschen Fußballmuseums in der Dortmunder Innenstadt.